Heute will ich hier in meinem Blogartikel nicht von einem Konzert berichten, sondern mal meinem Ärger Luft machen. Mittlerweile kommt mir das Internet vor wie ein großer Selbstbedienungsladen. Immer öfter muss ich feststellen, das Bilder von mir auf anderen Webseiten auftauchen ohne das man mich fragt. Sogar schon große Printmagazine waren dabei und auch Wasserzeichen werden entfernt.

Natürlich erlebe ich auch Positives. Nach einem Kirchenkonzert, was ich für die Neue Osnabrücker Zeitung fotografiert habe, schrieb mich der Küster der Marienkirche an, ob die Gemeinde ein paar Bilder haben könne. Genau so stelle ich mir das vor. Einfach mal fragen und ich bin der Letzte der nein sagt.

Leider wird der Bilderdiebstahl immer mehr. Seit einiger Zeit versuche ich mich mit Plughunter zu schützen. Ich bin erstaunt, aber auch erschrocken, wie gut das funktioniert. Wie gehe ich dann vor? Ich schaue mir als erstes an ob es ein kommerzieller Anbieter ist oder eine Privatperson. Bei einer Privatperson suche ich im ersten Schritt das Gespräch um mich mit der Person zu einigen (Verlinkung zu meiner Webseite und Namensnennung oder Löschen des Bildes). Bei einem kommerziellen Anbieter verschicke ich eine Rechnug per Einschreiben. Beides hat bis jetzt gut funktioniert so dass ich zufrieden war. Warum mache ich das und warum ist es mir nicht egal: Ihr müsst das mal so sehen. Ich fahre hin zu dem Konzert, habe Spritkosten, meine Arbeitszeit, Parkgebühren etc. und ich kann ja nicht meinem Auftraggeber die Bilder in Rechnung stellen und bei anderen dulden das sie diese umsonst nutzen und dann noch ohne zu fragen. Auch noch ein Grund ist, das ich bei einigen Konzerten Verträge von Bands unterschreiben muss in denen oft festgelegt wird, wo diese Bilder veröffentlicht werden dürfen.

Nun zu meinem aktuellen Fall der Ausschlag für diesen Blogartikel ist: ich habe 3 Bilder auf einer Webseite gefunden in einem Blog der auch als GBR auftritt und kleinere Konzerte veranstaltet (angeblich gemeinnützig). Ich habe Bilder beim Tag des Ehrenamtes gemacht. Ein Teil der Bilder wurde von einer Tageszeitung gekauft, die für diese Bilder das Nutzungsrecht hat. Die Bilder wurden von der Seite dieser Tageszeitung geklaut und auf dem eigenen Webspace gespeichert. (Mein Name wurde genannt, auch der Name der Tageszeitung). Ich habe den Betreiber angeschrieben mit einer Rechnung in etwa in der Höhe was ich für 3 Bilder und eine Galerie bekomme, wenn ich Bilder für eine Tageszeitung mache.

Gestern kam die Antwort: „das wir auf einen frei zugänglichen Artikel hingewiesen haben und das laut EUGH und BGH nicht gegen das Urheberrecht verstößt“…….. Des weiteren sind die Bilder auf der Seite der Tageszeitung xy und wir gehen davon aus das Sie auch nicht das Urheberecht der Bilder haben (wäre mir neu, der Urheber bin immer noch ich) …… Wir gehen davon aus das die Sache damit erledigt ist.

Ich habe mich sehr über das Schreiben geärgert, erst recht über den Tonfall. Das erste mal seit dem ich als Fotograf tätig bin, habe ich einen Anwalt einschalten müssen was ich sehr schade finde, da ich eigentlich immer für ein Gespräch offen bin. Der Rechtsanwalt hat sich die Sachlage angeschaut und ist mit mir einer Meinung und hat nun ein Schreiben verfasst. Ich bin gespannt was jetzt passiert und etwas Herzrasen habe ich auch, aber man muss sich nicht alles gefallen lassen.

Also liebe Leser meines Artikels, fragt mich einfach nach Bildern und wenn möglich helfe ich gerne weiter, aber bedient Euch nicht einfach!

 

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