Puppenspieler Rene Marik mit „Hage! de Maulwurfen“ zurück in Osnabrückst

Osnabrück. René Marik ist wieder mit seiner Alukiste mit der Aufschrift „Puppen“ unterwegs. Am Sonntagabend erweckte den Inhalt zusammen mit dem Osnabrücker Publikum zum Leben. 
ZeHage! heißt die aktuelle Tour in „ maulwurfens“ eigenartiger Aussprache, was so viel heißt wie „Zu Hause. Mit dieser tourt der aus Hildesheim stammende Puppenspieler seit drei Jahren und entwickelt diese dabei ständig weiter. Gut 400 Zuschauer sind in den Kongress Saal der Osnabrückhalle gekommen, um Figuren wie Kalle den Eisbären, Frosch Falkenhorst und „Maulwurfen“, den Star des Abends, live zu erleben.

“Bist fast 50 und spielst immer noch mit Puppen!”

Nach einem Soundcheck mit dem prolligen Eisbären Kalle mit Berliner Schnauze – „Da kiekste, wa?“ und „bist fast 50 und spielst immer noch mit Puppen“ über Puppenspieler Marik –
startet das Programm mit einem Ausschnitt aus dem Froschkönig mit Frosch Falkenhorst und dem Maulwurfen, die in wilder Knutscherei endet. Es folgt Pop-Comedy mit Rene Mariks solo. “Schön wieder hier zu sein in diesem Eierkarton“, begrüßt er das Osnabrücker Publikum, und entschuldigt sich, er sei leicht angeschlagen hoffe, dass seine Stimme durchhält. Das wird sie bis zum Schluss. Marik verspricht das Beste aus etwas mehr als 12 Jahren Rene Marik, oder wie er meint: „Das Beste was mir gefällt“. Dabei steht Marik ein wenig unter Druck, denn sein “Chef” Frosch Falkenhorst verkündet irgendwann: „Mein lieber Freund, da weht aber ein eiskalter Wind durch deinen Arbeitsvertrag“.

Es folgt die wohl populärste Nummer des Puppenspielers: Frosch Falkenhorst mit Darth-Vader-Maske auf der Puppenbühne. Mit typischen Bohrgeräuschen schraubt sich der stotternde Maulwurf empor. Frosch Falkenhorst verkündet: „Luke, ich bin dein Vater“. Die Antwort des Maulwurfs erntet tosendes Gelächter: „Wa, ne, ne, ne nicht Luken. Maulwurfen!“ Nachdem die Maske gefallen ist, nutzt der Frosch, der wie immer genervt vom Stottern und lispeln des Maulwurfs ist, die Gelegenheit für Sprecherziehung. Unter Lachsalven des Publikums übt er mit Maulwurfen den Zungenbrecher „Der kleine plappernde Kaplan klebt poppige peppige Pappplakate“. Daran verzweifelt Maulwurfen und beschwert sich beim Publikum: „Nicht immer nur ‘haha’“. 

Auch alte bekannte Nummern aus vergangenen Shows und TV-Auftritten werden vom Publikum gut angenommen, ebenso neue Nummern rund um den Eisbären Kalle, der unter dem Klimawandel leidet und auf seinem Eisberg in der Arktis lebt.

Zwischen den Puppenstücken platziert Marik immer wieder Gesangseinlagen mit spitzen Texten, begleitet diese mit der E-Gitarre, und macht Ausflüge ins Publikum. In den kleineren Umbauphasen läuft auf der Leinwand eine mehrteilige Geschichte, wie die Puppen sich in der Bühnenpause des Puppenspielers (2012 bis 2015) wieder zusammenfinden und sich auf die Suche nach einem neuen Puppenspieler begeben. Jedoch finden sie keinen und landen dann doch wieder bei Rene Marik in der Alu-Puppenkiste.

Die zweite Hälfte des Abends unterhält dann mit einigen frischen Nummern, wie dem Mythos von König Artus und Excalibur, gespielt vom Maulwurfen. Mit lautem Gelächter und viel Applaus kommt diese beim Publikum gut an. Auch die Nebenfigur, der böse Hasskasper, kommt jetzt nicht zu kurz. Das Osnabrücker Publikum lernt aber auch, das die Puppen in einer Art Parallwelt leben, der sogenannten „Matrix“. Sie werden nur durch das Publikum und den Applaus zum Leben erweckt und führen ansonsten ein tristes Dasein in der Alupuppenkiste. Zum Schluss erwischt der Maulwurf seine große Liebe, die Barbie-Puppe „ de Babe”, inflagranti mit Ken. Enttäuscht beendet er sein Leben auf der Autobahn A9. Bevor es in die Zugabe geht, beendet Marik das reguläre Programm passend mit der Solonummer:  „Du sagtest Du liebst mich“. Mit zwei Zugaben im Experiment-Stadium verabschiedet sich Rene Marik schließlich vom begeisterten Osnabrücker Publikum.

Ein gelungener Abend. Es ist faszinierend, wie Rene Marik durch Mimik und verschiedene Stimmlagen seinen Puppen Leben einhaucht, sobald er in seine Kiste greift. Dazu die liebevoll von ihm handgefertigten Requisiten aus Pappe. Auch “Chef” Falkenhorst dürfte an diesem Abend zufrieden gewesen sein: Das Publikum im Kongresssaal war bis zum Schluss begeistert.

Der von mir geschriebene Artikel und Fotos sind auch in der Neuen Osnabrücker Zeitung erschienen: 

 

 

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